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Binnenhandel in der EU

Chancen, Probleme und Lösungen für den europäischen Online-Handel

 

Im Jahr 1968 wurde die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet, zu der inzwischen 27 Mitgliedsstaaten gehören. Mit dieser Gründung sollte der Handel innerhalb dieser Länder unkomplizierter werden, die Zollschranken fielen, Einfuhrsteuern, viele logistische Probleme und andere Hindernisse wurden aus dem Weg geräumt.

Unter diesem Aspekt sollte man meinen, dass Online-Shopbesitzer ihre Handelsbeziehungen vermehrt international ausbauen und mit Online-Shops in verschiedenen Mitgliedsstaaten vertreten sind. Dem ist aber bei Weitem nicht so. Aktuelle Studien und Umfragen haben ergeben, dass etwa zwei Drittel der EU-Online-Händler sich nicht auf das internationale Handelsparkett begeben.

Was ist der Grund für die Zurückhaltung der Händler im europäischen Binnenhandel?

Ursachen hierfür liegen sicher in den sprachlichen, rechtlichen und kulturellen Unsicherheiten. Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der größte Auslands-Umsatz deutscher Händler mit Österreich generiert wird. Hier wie dort wird deutsch gesprochen, die kulturellen Unterschiede sind minimal und wenn es Kundenprobleme gibt, kann man die so viel leichter aus den Weg räumen. Ähnlich geschieht es z.B. in Frankreich und den Niederlanden: Hier wird der belgische Auslands-Kunde bevorzugt.

Es ist auch sicher nicht immer leicht, das Vertrauen ausländischer Kunden zu gewinnen. Die Kaufgewohnheiten in anderen Ländern sind oftmals sehr verschieden. Auch davon lassen sich viele Händler entmutigen. Nicht jedes Produkt lässt sich deshalb überall gleich gut oder gleich schlecht verkaufen.

Ein nicht unerheblicher Punkt ist die unterschiedliche Rechtslage. Da gibt es Abweichungen im Widerrufsrecht, im Verbraucherschutz oder bei der Kostenübernahme für Rücksendungen. Wie schnell kann man etwas falsch machen, wenn man sich nicht perfekt auskennt im jeweiligen Wirtschafts-Rechtssystem. Da kann schnell eine Abmahnung oder eine Klage kommen.

Eine weitere Schwierigkeit stellen die verschiedenen Zahlungssysteme dar. Trotz der inzwischen wirklich vereinfachten Zahlungsbedingungen seitens der Banken, setzt sich eine Bezahlung per Vorauskasse nicht durch, vor allem nicht, wenn der Kunde ins Ausland zahlen soll. Dann gibt es eben auch noch in anderen Ländern Bezahlsysteme, die man in Deutschland gar nicht kennt, wie z.B. die Carte Bleue in Frankreich.

Das ist aber noch nicht alles, auch die Versandlogistik und die hohen Versandkosten in oder aus EU-Ländern schrecken viele Online-Händler ab, im Ausland einen Online-Shop zu eröffnen. Kostet ein Versand nach Österreich oder Belgien rund 7 Euro, muss der Käufer aus Finnland schon 24 Euro berappen. Und auch hier taucht wieder das Problem auf, dass es schon das Doppelte kostet, wenn dem Kunden die Ware nicht gefällt und er sie retour schickt.

Ein weiteres Problemkind liegt in der Suchmaschinenoptimierung und im Marketing für das Ausland. Denn auch diese beiden Grundpfeiler eines Online-Geschäftes werden in jedem Land anders gehandhabt.

Trotzdem würde es sich gerade jetzt lohnen, seine Geschäftstätigkeiten innerhalb der 27 EU-Staaten auszuweiten. Da sich die Mehrzahl der Online-Händler noch nicht durchgerungen hat, international tätig zu werden, liegt hier ein großes Potenzial zur erfolgreichen Vergrößerung seines eigenen Business.

Lösungen und Chancen für zukünftige Online-Händler in der EU

Der erste Schritt zum internationalen Handel ist sicher, sich eine Kostenkalkulation aufzubereiten. Sie müssen wissen, welche Kosten aus Sie zukommen. Lassen Sie nichts aus.

Lassen Sie Ihre Pläne eingehendst von Experten überprüfen und holen Sie sich Unterstützung von einem Anwalt, der sich sehr gut im Umgang mit internationalem Wirtschaftsrecht auskennt.

Allein in Deutschland leben 80 Millionen Menschen, in der ganzen EU mehr als 500 Millionen. Hieraus ersehen Sie, dass Sie, wenn Sie sich in ganz Europa betätigen würden, die Zahl Ihrer Kunden versechsfachen könnten. Trotzdem: Versuchen Sie es nicht gleich mit allen 27 EU-Staaten, sondern fangen Sie mit einem an, dessen Entfernung nicht allzu weit von Ihrem Standort ist und lernen die Probleme und ihre Lösungen von Grund auf kennen 🙂 .

Sprachliche Hürden lassen sich aus dem Weg räumen. Inzwischen gibt es Shopsysteme, die auf Knopfdruck in vielen Sprachen dem Kunden die Produkte erklären. Um einen großen Rückfluss zu vermeiden, sollten Sie die Waren so genau und detailliert wie möglich beschreiben. Holen Sie sich wirklich gute Übersetzer, die nicht nur die Sprache können, sondern sich auch etwas mit den Gepflogenheiten und der Kultur des jeweiligen Landes auskennen. Er weiß, ob die Beschreibung einer Ware eher sachlich und kühl oder etwas blumenreicher ausfallen sollte.

Als Bezahlsystem könnten Sie erstmal mit Paypal beginnen, das ist international und hat Vertrauen aufgebaut.

Höhere Versandkosten sind natürlich nicht wegzustreichen. Bieten Sie Waren an, die der Kunde unbedingt will, dann ist er auch bereit, höhere Versandkosten zu bezahlen. Das setzt voraus, dass Sie sich im jeweiligen Land informieren über die Kaufgepflogenheiten.

Dann gilt es dafür zu sorgen, dass Ihr Shop im jeweiligen Land auch gefunden wird. Achten Sie hier bei der Auswahl des Übersetzers auch darauf, dass er Ahnung von Suchmaschinenoptimierung hat und die richtigen Keywords benutzt und optimierte Meta-Tags setzt. Achten Sie auch bei den Domainnamen, dass sie für die verschiedenen Länderversionen eingesetzt werden können. Sinnvoll und am vertrauenswürdigsten hat sich bis jetzt die .com-Endung erwiesen.

Als internationaler Online-Shopbesitzer haben Sie auch die Möglichkeit, über die Grenzen hinaus nach guten Einkaufsquellen zu suchen und auf der anderen Seite im Ausland Händlern Ihre Waren anzubieten. Kontakte lassen sich hier sehr gut bei internationalen Messen und Ausstellungen herstellen. Mehr Informationen darüber, wie eCommerce im Ausland funktioniert, erhalten Sie bei Europaweiter Einkauf und Verkauf

Natürlich geht es nicht über Nacht, sich ein lukratives Online-Business im Ausland aufzubauen. Sie brauchen eine gute Vorbereitung, gute Übersetzer, rechtlichen Beistand und finanziellen Rückhalt. Aber wenn Sie das alles berücksichtigen, haben Sie größte Chancen erfolgreich zu werden, siehe Ebay oder Amazon. Ideen und Vorschläge für die richtige Umsetzung für erfolgreichen Online-Handel finden Sie auf Internethandel.


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